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CompactFlash-Speicherkarten in der 20D

Kingston Elite Pro vs SanDisk Extreme III

CF-KartenDer EOS 20D sagt man nach, daß sie bereits von dem schnellen Speicher der teuren CF-Karten profitieren kann. Die sehr beliebten Firmen SanDisk und Kingston bieten ihre Karten in unterschiedlichen Ausführungen an. Während Kingston seine 1GB-Karte nur noch als Elite Pro-Version mit dem Kürzel SLC (Single Level Cell) anbietet, reicht die Palette bei SanDisks Gigabyte-Karte bereits von der Standardausführung über eine Ultra/Ultra II bis hin zu einer Extreme III.

Der Käufer fragt sich angesichts der Preise natürlich, ob es sich lohnt in eine Speicherkarte zu investieren, die bei gleich großem Speicher auch billiger zu haben ist. Ein rundes Gigabyte kostet bei SanDisk derzeit knapp über 50 Euro in der Standardausführung, jedoch 100 Euro in der Extreme III-Version. Bei Kingston ist das Gigabyte für knapp unter 50 Euro in der Standardausführung zu haben, die Elite Pro-Version ist mit rund 60 Euro nur unwesentlich teurer und deutlich billiger als die Top-Variante aus dem Hause SanDisk. 40 Euro Mehrkosten für die SanDisk Extreme III sprechen eine deutliche Sprache - für den Geldbeutel, aber auch in der gebotenen Leistung?

Die Testbedingungen:

Testmotiv TürholzIch werde mit beiden Karten 30 Sekunden dauerauslösen. Fotografiert wird mit einer Canon EOS 20D und einem Canon EF 135/2 L @ f/2, 1/8000 s, ISO 1600, MF. Gespeichert wird in RAW. Als Bildmotiv hält eine angestrahlte Tür mit ihrer Holzstruktur her. Hier ist freilich kein Blumentopf durch absolute Genauigkeit zu gewinnen. Für absolute Meßgenauigkeit fehlen nicht nur die entsprechenden Gerätschaften; Ein Leistungsunterschied, der diesen Preisunterschied der beiden Kontrahenten rechtfertigt, sollte sich auch unter meinen Rahmenbedingungen als deutlich herausstellen können.

Gedanken und Hinweise:

  • Die Verschlußzeit wurde auf die kurzmöglichste gesetzt und der Autofokus abgestellt, um möglichst nahe an den Idealfall des nur Speicherns zu gelangen.
  • Um Differenzen wegen unterschiedlicher Dateigrößen zu vermeiden, wurde aus der gleichen Kameraposition stets das gleiche Motiv fotografiert.
  • Mein Test bezieht sich einzig und allein auf die Geschwindigkeit des Abspeicherns von Bildaten auf die Speicherkarte. Alles andere, wie z. B. das Lesen von Bildern, oder die Transferraten auf den PC, sind für das Fotografieren an sich weniger entscheidend und zumindest für mich unwichtig. Ein gutes Foto darf sich bei mir gerne Zeit lassen beim Weg auf meine Festplatte. Ein verpaßtes Bild beim Fotografieren ist jedoch ein für alle mal verpaßt. Man soll nicht zweimal dasselbe Wort (verpaßt) in einem Satz benutzen - ich weiß. ;)
  • Die jeweilige Dateigröße betrug rund 8,1 MB, was nicht wenig ist. Im Durchschnitt besitzen meine RAWs eine Dateigöße von 7,3 MB. Daher sollten die genannten Zeiten in der Praxis erreicht werden können, wenn Autofokus und Verschlußzeit dies erlauben.

Ans Eingemachte

Kingston Elite Pro 1GB

In den 30 Sekunden Dauerfeuer konnte die Kamera 20 mal auslösen. Die ersten 6 Auslösungen erfolgten verzögerungsfrei innerhalb von rund 1,2 Sekunden, bevor das Spiegelgetöse das erste mal stockte. Im Abstand von rund 0,6 Sekunden folgten zwei weitere Auslösungen. Fortan hatte die Kamera jedoch Mühe ihren Puffer zu leeren. Jedes weitere Bild schlich in nur rund 2,2 Sekunden auf die Karte.

Folgendes Bild veranschaulicht die Geräuschkulisse der 30-sekündigen Dauerauslösung mit der Kingston Elite Pro:
Geräuschkulisse mit Kingston
Diese Auslösegeräusche kann man sich auch anhören: Ogg Vorbis-Datei (250 KB).

SanDisk Extreme III 1GB

In den 30 Sekunden gelang es mit der Extreme III 26 mal auszulösen. Auch mit der SanDisk geriet das Serienbildfeuer nach der 6. Auslösung ins Stocken. Auch hier folgten noch zwei weitere Auslösungen im Abstand von etwa 0,6 Sekunden. Das Auslösungsintervall pegelte sich daraufhin auf 1,5 Sekunden ein.

Folgendes Bild veranschaulicht die Geräuschkulisse der 30-sekündigen Dauerauslösung mit der SanDisk Extreme III:
Geräuschkulisse mit SanDisk
Diese Auslösegeräusche kann man sich auch anhören: Ogg Vorbis-Datei (256 KB).

Erkenntnisse

Dank des Kamerapuffers verlaufen die ersten 3 Sekunden nahezu identisch. In rund 2,8 Sekunden sind die ersten 8 RAWs mit beiden Karten im Kasten. Erst danach zeigt sich, daß die SanDisk das vom Puffer stets nachrückende Bild schneller abspeichert, und das Auslösungsintervall so deutlich verkürzt wird.

In der Praxis empfiehlt es sich nicht, den Auslöser stets gedrückt zu halten. Sinnvoller ist es kleine Pausen einzulegen, um den Pufferspeicher der Kamera immer wieder um mehr als ein Bild zu leeren. Insgesamt kann so öfter ausgelöst werden, da das Speichern der Bildaten vom Puffer auf die Karte in Serie schneller erfolgt, als einzeln nach jeder Auslösung. Ein gezieltes Einsetzen der Auslösungsserie bei leerem Puffer ist wohl in den meisten Fällen auch ratsamer, um mit der richtigen Intuition die höchste Bildfrequenz genau dann zu erreichen, wenn sie auch benötigt wird. Diese Serie der ersten 8 RAWs ist auch mit der Kingston-Karte kein Problem; der Vorteil der SanDisk liegt hier in den deutlich kürzeren Zwangspausen, bis der Puffer wieder geleert ist.

Fazit

Wer mit der 20D wirklich oft und kurz hintereinander Serienbilder macht, z. B. beim Sport, ist mit der SanDisk besser beraten. Der Aufpreis lohnt sich in so einem Fall. Wer mit 8 Serienbildern gut hinkommt, und diese nicht schnell hintereinander benötigt, kann mit der Kingston dagegen bares Geld sparen. Oft wird vergessen, daß Kingston ein namhafter Speicherhersteller ist, der beispielsweise auch sehr guten Arbeitsspeicher herstellt. In meinen Augen steht die Marke Kingston definitiv nicht hinter SanDisk an, obwohl SanDisk in diesem Falle als Vergleichssieger hervorgeht.

Verweise

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